Konferenz am 08.09.2026

Sozial kann Klima: Wege zu einer klimaorientierten Sozialpolitik

In Deutschland steht die Sozialpolitik vor grundlegenden Reformen. Zur inhaltlichen Vorbereitung hat die Bundesregierung verschiedene Kommissionen eingesetzt, von denen die meisten bereits Vorschläge unterbreitet haben. Eine systematische Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in der Sozialpolitik ist allerdings bisher nicht vorgesehen.

Dabei birgt die Klimakrise neue Risiken und bringt Finanzbedarfe mit sich, die durch die bisherigen Sozialsysteme nicht abgedeckt werden und zugleich ist das ungenutzte Klimaschutzpotenzial enorm.

Diesen Herausforderungen und Chancen einer systematischen Verankerung von Klimaschutz im Sozialsystem widmen wir uns in einer Konferenz und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze.

Ort:
frizzforum Berlin
Friedrichstraße 23
10969 Berlin

Datum und Uhrzeit:
8. September 2026
12:30 Uhr – Ankommen
13:00 Uhr – Beginn Programm
19:00 Uhr – Abendessen & Ausklang

Moderation:
Dr. Tanja Busse, Moderatorin und Autorin

Konferenz am 08.09.2026

Sozial kann Klima: Wege zu einer klimaorientierten Sozialpolitik

In Deutschland steht die Sozialpolitik vor grundlegenden Reformen. Zur inhaltlichen Vorbereitung hat die Bundesregierung verschiedene Kommissionen eingesetzt, von denen die meisten bereits Vorschläge unterbreitet haben. Eine systematische Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in der Sozialpolitik ist allerdings bisher nicht vorgesehen.

Dabei birgt die Klimakrise neue Risiken und bringt Finanzbedarfe mit sich, die durch die bisherigen Sozialsysteme nicht abgedeckt werden und zugleich ist das ungenutzte Klimaschutzpotenzial enorm.

Diesen Herausforderungen und Chancen einer systematischen Verankerung von Klimaschutz im Sozialsystem widmen wir uns in einer Konferenz und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze.

Ort:
frizzforum Berlin
Friedrichstraße 23
10969 Berlin

Datum und Uhrzeit:
8. September 2026
12:30 Uhr – Ankommen
13:00 Uhr – Beginn Programm
19:00 Uhr – Abendessen & Ausklang

Moderation:
Dr. Tanja Busse, Moderatorin und Autorin

12:30 Uhr

Ankommen

Mittagsimbiss

13:00 Uhr

Begrüßung

Dr. Tanja Busse
Moderatorin

13:05 Uhr

Grußwort

Beständig ist nur der Wandel: Reformoptionen angesichts der Klimakrise und Reformen des Sozialsystems

Dr. Michael Schäfer
Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Mitglied im Beirat Zukunft KlimaSozial

13:20 Uhr

Impuls zur Eröffnung

Sozial kann Klima: Wege zu einer klimaorientierten Sozialpolitik

Dr. Brigitte Knopf
Direktorin Zukunft KlimaSozial

13:35 Uhr

Keynote

1×1 der Sozialpolitik: Was sind Hebel für mehr Klimawirkung?

Dr. Dorothea Voss
Sozialpolitik aktuell

13:45 Uhr

Keynote

Spurensuche: Wo bleibt das Soziale? Wo bleibt der Klimaschutz?

Prof. Dr. Wolfgang Schroeder
Professor für das politisches System der BRD – Staatlichkeit im Wandel an der Universität Kassel

13:55 Uhr

Podium

Zeiten des Umbruchs: Wege zu einem leistungsfähigen, effizienten und klimaresilienten Sozialstaat

Podiumsdiskussion mit

  • Prof. Dr. Hanna Schwander, Humboldt-Universität, Berlin
  • Dr. Katharina Bohnenberger, Institut für Soziale Ökologie BOKU Universität, Wien
  • Dr. Benjamin Held, Leiter des Arbeitsbereichs Nachhaltige Entwicklung, FEST, Heidelberg
  • N. N.
14:50 Uhr

Kaffeepause

15:00 Uhr

Workshop 1

Sondervermögen für die Transformation des Gesundheits- und Sozialwesens nutzen: Möglichkeiten und Stand der Umsetzung

Dr. Friedrich von Schönfeld
Vorstand Finanzen und Recht beim Deutschen Caritasverband

Oliver Wagner
Co-Leiter des Forschungsbereichs Energiepolitik, Wuppertal Institut

Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität hält 500 Mrd. Euro für den Ausbau von Infrastruktur und für mehr Klimaschutz bereit. Davon erhalten die Bundesländer 100 Mrd. Euro und ebenso viel wird dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) zugeteilt.

Die finanziellen Voraussetzungen für die Transformation des Gesundheits- und Sozialwesens sind folglich ebenso gegeben, wie der politische Wille – bekundet sowohl im Koalitionsvertrag als auch im Entwurf zum Klimaschutzprogramm. Die Umstellung des Fuhrparks, die Neuausrichtung des Beschaffungswesens und die energetische Sanierung von über 100.000 meist schlecht gedämmten Gebäuden kann weiter vollzogen werden.

In dem Workshop erörtern wir die Chancen und Herausforderungen, die das Sondervermögen für die Transformation des Gesundheits- und Sozialwesens bietet, sowie den konkreten Stand der Planungen.

Workshop 2

Sozialrecht um Klimaschutz-Aspekte erweitern

Prof. Dr. Susanne Dern
Hochschule Fulda und Vorsitzende der Kommission Recht der sozialen Sicherung, Familienlastenausgleich des Deutschen Juristinnenbundes

N. N.

Das Sozialrecht bietet wenig Ansätze und Entwicklungsperspektiven zur sozialen Abfederung energie- und klimapolitischer Maßnahmen. Insbesondere die Regelsatzberechnung oder die BAföG-Satzberechnungen bilden nur unzureichend klimapolitisch und ökologisch induzierte Notwendigkeiten ab. An welchen Stellen das Sozialrecht weiterentwickelt werden müsste, wird in diesem Workshop tiefer analysiert.

Workshop 3

Klimaschutz als Querschnittsthema in Beratungs-, Geld- und Dienstleistungen systematisch integrieren

Lisa Paus
MdB, Bündnis 90/Die Grünen

Dr. Katharina Bohnenberger
Institute of Social Ecology – BOKU University, Wien

Sozialpolitische Maßnahmen bestehen aus Beratungs-, Geld-, Sach- und Dienstleistungen. Sie richten sich an Jung und Alt, Kranke und Gesunde, Arbeitende oder Erwerbslose u.v.m. Große Teile der Leistungen könnten als öffentliche Beschaffung angesehen werden, in die sich klimaschutzrelevante Aspekte systematisch einbeziehen lassen (Green Public Procurement).

In diesem interaktiven Workshop wird eine Systematisierung vorgenommen, um die Leistungen mit den Anforderungen an das Ziel der Klimaneutralität 2045 anzupassen. Damit wird versucht, die klimaschutz-kompatible Steuerungswirkung der öffentlichen Beschaffung zu stärken.

Workshop 4

Erfüllt der Sozialstaat heute noch die Absicherung der Lebensrisiken?

Prof. Dr. Frank Nullmeier
Universität Bremen, stv. Direktor des Deutschen Instituts für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS)

Katja Kipping
Geschäftsführerin und Leiterin Abteilung Sozialpolitik beim Paritätischen Gesamtverband

Das Sozialversicherungssystem wurde im Laufe der Zeit durch den Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt.

Im Zuge der immer spürbareren Disruptionen in der Geopolitik, deren Auswirkungen auf die nationale Politik, einer weit verbreiteten Unsicherheit, aber auch dem Fortschreiten der Klimakrise und relevanter Klimaschutzmaßnahmen stellt sich die Frage, welche Risiken im bestehenden Sozial- und Versicherungssystem nicht abgedeckt sind und wie das System der Sozialversicherungssysteme weiterentwickelt werden müsste.

16:00 Uhr

Kaffeepause

16:30 Uhr

Workshop 5

Mobilitätsarmut für Sozialleistungsbeziehende überwinden

Matthias Runkel
Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)

Theo Jansen
Beirat VCD und Berater für kommunales Mobilitätsmanagement

In diesem Workshop widmen wir uns der Frage, wie emissionsarme Mobilität zur Überwindung von Mobilitätsarmut und zur Stärkung der Teilhabe in unserer Gesellschaft beitragen kann.

Einerseits kann der konsequente Ausbau sicherer Fuß- und Radwege die emissionsfreie Individualmobilität erleichtern. Ergänzt werden sollte dies durch den Ausbau und eine günstige Preisgestaltung des ÖPNV. Mit dem Deutschlandticket ist eine Grundlage geschaffen, die viel stärker mit sozialpolitischen Hilfesystemen verschränkt werden könnte.

Welche Zielgruppen vorrangig gefördert und wie hierdurch Mobilitätsarmut verringert werden könnte, wird Gegenstand des Workshops sein.

Workshop 6

Wohnbezogene Leistungen auf Klimaschutz ausrichten

Dr. Ralph Henger
Senior Economist für Wohnungspolitik und Immobilienökonomik, iw

Jörn-Michael Westphal
Geschäftsführer ProPotsdam

Die Mieten steigen und mit ihnen auch die Ausgaben der öffentlichen Hand für Wohngeld und Zahlungen der Kosten der Unterkunft (KdU). Die Sanierungsrate der Gebäude, in denen Personen mit finanziellem Unterstützungsbedarf wohnen, ist ebenso niedrig wie im Gesamtdurchschnitt.

Daher stellt sich die Frage, wie diese Häuser gezielt saniert werden können, um einerseits mit den Staatsausgaben eine positive Steuerungswirkung zu entfalten, dadurch die Kosten der öffentlichen Hand zu begrenzen und andererseits auch Einkommensärmeren einen besseren Wohnkomfort zu ermöglichen.

Workshop 7

Klimaanpassung in die Sozialpolitik integrieren – aber wie?

Dr. Julia Teebken
Leibniz-Institut für raumbezogene Sozialforschung

Dr. Ines Verspohl
Direktorin Sozial-Klimarat

Die Herausforderungen der Klimaanpassung im gesundheitlichen Bereich sind erheblich und umfassen sowohl die physische als auch psychische Gesundheit. Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Überschwemmungen steigern das Risiko von hitzebedingten Erkrankungen und infektiösen Krankheiten, eine Verschlechterung der Luft- und Wasserqualität führt vermehrt zu Atemwegserkrankungen und anderen Gesundheitsproblemen. Vulnerable Bevölkerungsgruppen leiden oft stärker unter den Auswirkungen des Klimawandels.

Diese wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten gilt es zu berücksichtigen. Das Bundesgesundheitsministerium hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheitsrisiken des Klimawandels zu adressieren und die Anpassungsfähigkeit des Gesundheitssektors zu stärken. Wir fragen nach, wie weit die Strategien umgesetzt sind und ob es weiterer Änderungen in der Sozialpolitik bedarf.

Workshop 8

Ein moderner Verwaltungsstaat als Grundlage eines bürgernahen Sozialstaats

Dr. Florian Theißing
Referent für digitales Regierungshandeln bei Agora Digitale Transformation

Thomas Müller
kom. Referatsleiter Monitoring und Projekte des Bürokratierückbaus, Abteilung Staatsmodernisierung und Bürokratierückbau, BMDS

Eine moderne Verwaltung ist zentraler Baustein der staatlichen Daseinsvorsorge und kann das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates stärken.

Digitale Infrastrukturen spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie ermöglichen nicht nur einen vereinfachten Zugang zu sozialstaatlichen Leistungen, sondern können auch den Verwaltungsaufwand reduzieren. Zudem könnten weitere Dimensionen der Betroffenheit integriert und Leistungen damit zielgenauer ausgestaltet werden.

Welche Möglichkeiten bieten hierfür der geplante Deutschland-Stack oder die EUDI-Wallet? Welche Herausforderungen stellen sich in der Umsetzung?

17:45 Uhr

Gespräch

Klimapolitik aus Sicht von Armutserfahrenen: Expert:innen in eigener Sache melden sich zu Wort

Ein Gespräch mit

  • Monja Ben Messaoud, nationale Armutskonferenz
  • Renate Antonie Krause, nationale Armutskonferenz

Die Auswirkungen klimapolitischer Maßnahmen sind im Leben von Armutserfahrenen ebenso spürbar wie ausbleibende Klimapolitik. Welche Probleme im Alltag vorherrschend und Quelle von Sorgen und Nöten darstellen, werden in einem Gespräch erläutert.

18:00 Uhr

Podium

Klimaschutz effektiv in die Reformen des Sozialstaats integrieren. Wie gelingt das?

Podiumsdiskussion mit

  • Robin Mesarosch, SPD Klimadialog
  • Lisa Paus, MdB, Bündnis90/Die Grünen
  • N. N.
  • Astrid Schaffert, Referentin Zukunft KlimaSozial
19:00 Uhr

Abendessen und Ausklang