Lösungen für eine klimaneutrale und sozial gerechte Zukunft

Lösungen für eine klimaneutrale und sozial gerechte Zukunft

Expertise, Konzepte und Dialog

Aktuelles

Mit der Veröffentlichung unseres Papiers „Eine sozial gerechte und klimaneutrale Zukunft sichern – 11 Thesen für eine Klimasozialpolitik“ haben wir die Arbeit als neuer Thinktank aufgenommen und bringen unsere Expertise, unsere Ideen und Konzepte in den gesellschaftlichen Dialog ein.

Über uns

Unsere Vision ist eine klimaneutrale und sozial gerechte Zukunft. Das bedeutet gesellschaftliches Wohlergehen und Teilhabe für alle.

Wir tragen mit Expertise, Ideen und Konzepten zum Gelingen bei. Dabei denken wir Klima- und Sozialpolitik von Anfang an zusammen und entwickeln neue Lösungsansätze. Wir arbeiten evidenzbasiert, zeigen verschiedene Optionen auf und bringen diese in den gesellschaftlichen Dialog ein.

Unsere Arbeitsweise

Wir entwickeln Ideen und Konzepte, wie Klimaschutz und Soziales gemeinsam und damit zum Nutzen der Bevölkerung umgesetzt werden können. Denn die Zeit, in der Klimaschutz zuvorderst nur eine Änderung des Strommixes war, ist vorbei. Die Transformation zur Klimaneutralität betrifft fast alle Lebensbereiche und bedeutet Wandel auf vielen Ebenen. Die entscheidende Frage ist, wie die Chancen, Kosten und Herausforderungen dieses Wandels verteilt werden.

Wir entwickeln eine Klimasozialpolitik, um allen Menschen den sozial gerechten Umstieg zu einem emissionsfreien Leben zu ermöglichen.
Für uns bedeutet Klimasozialpolitik zum einen, die sozialen Auswirkungen der Klimapolitik und die Klimawirkungen der Sozialpolitik zu analysieren. Darüber hinaus denken wir dabei Klima und Soziales in den relevanten Lebensbereichen zusammen. Diese umfassen neben Wohnen, Energie und Mobilität unter anderem auch Gesundheit, Arbeit oder Teilhabe.

Unser Weg

Die Transformation zur Klimaneutralität bedeutet einen tiefgreifenden Wandel in nahezu allen Lebensbereichen. Wie bei allen großen Veränderungen stellt sich die grundsätzliche Frage, wer mit welchem Anteil zum Klimawandel einerseits und zur Transformation in Richtung Klimaneutralität andererseits beiträgt und wer von einer gelingenden Transformation profitiert. Die bisherige Klimapolitik in Deutschland hat die soziale Dimension vernachlässigt und die Chancen einer sozial gerechten Transformation nicht genutzt. Stattdessen wurden Klima und Soziales oft als Gegensätze dargestellt.

Das wollen wir mit Zukunft KlimaSozial ändern. Denn die Transformation kann nur gelingen, wenn sie von vornherein sozial gerecht gestaltet wird. Eine integrierte Klimasozialpolitik beruht auf den vier Säulen Ausbau der öffentlichen Infrastruktur und Daseinsfürsorge, sozial gestaffelte Förderprogramme, Ordnungsrecht und der Bepreisung klimaschädlicher Emissionen samt Rückvergütung. Dafür bedarf es eines modernen Sozialstaats, der automatisierte, bürgerfreundliche Auszahlung und klimaneutrale soziale Dienstleistungen ermöglicht. Hierfür entwickeln wir Konzepte und Lösungen mit einem integrierten Ansatz von Klima- und Sozialpolitik. Diese zeigen wir in unserem Thesenpapier.

Unser Team

Seit vielen Jahren arbeiten wir als Expertinnen in der Sozial- und in der Klimapolitik und bringen profunde Kenntnisse aus den jeweiligen Politikfeldern fachbereichsübergreifend zusammen. Diese Interdisziplinarität ermöglicht uns, konkrete Vorschläge zu entwickeln, die funktionieren, Chancen für viele eröffnen und verwaltungstechnisch umgesetzt werden können. Wir arbeiten überparteilich und lösungsorientiert.

Unsere jeweilige Expertise haben wir auch in der Vergangenheit in zahlreichen Expertengremien, in Studien, Vorträgen, Veranstaltungen und Publikationen eingebracht.

Dr. Brigitte Knopf

Direktorin

knopf[at]zukunft-klimasozial.de

Dr. Ines Verspohl

Leiterin Sozialpolitik

verspohl[at]zukunft-klimasozial.de

Astrid Schaffert

Referentin

schaffert[at]zukunft-klimasozial.de

Marie-Louise Zeller

Wissenschaftliche Referentin

zeller[at]zukunft-klimasozial.de

Sina Lippmann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

lippmann[at]zukunft-klimasozial.de
015560 / 186362

Anja Wermann

Büroleitung

wermann[at]zukunft-klimasozial.de
030 / 22430261

Felicitas Kaiser

Datenanalystin

ab 01.07.2024

Presse

Hier finden Sie unsere aktuellen Pressemitteilungen. Für alle Medienanfragen, die Vermittlung von Interviews oder die Aufnahme in unseren Presseverteiler kontaktieren Sie uns gern: presse@zukunft-klimasozial.de

11 Thesen für eine Klimasozialpolitik

Soziale Gerechtigkeit hängt von unterschiedlichen Wertvorstellungen ab und braucht daher auch in der Klimapolitik politische und gesellschaftliche Debatten. Neben der Einkommens- und Vermögensverteilung sind auch Arbeit, Gesundheit, Zugang zum öffentlichen Raum und politische Teilhabe entscheidende Dimensionen, wenn es darum geht, wer wie vom Klimawandel betroffen ist, wer wie viel dazu beiträgt oder welche Auswirkungen die Transformation auf die Menschen haben wird. Hinzu kommen sozialstrukturelle (Geschlecht, Migrationshintergrund), räumliche (Stadt-Land, Ost-West) und zeitliche (Generationen) Kategorien.

Je reicher Menschen sind, desto mehr klimaschädliche Emissionen verursachen sie. Dies gilt insbesondere in den Bereichen Mobilität, Gebäude und Konsum. Die unteren Einkommensdezile haben ihre Emissionen relativ betrachtet bereits stärker reduziert als die oberen Einkommensschichten, obwohl letztere mehr Möglichkeiten hätten, sich klimagerecht zu verhalten. Daher reichen moralische Appelle an das Individuum nicht aus, es braucht einen gesetzlichen Rahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Die Klimakrise hat sowohl gesundheitliche als auch materielle Folgen, die ungleich verteilt sind. Die Auswirkungen hängen von strukturellen und individuellen Faktoren, wie dem Wohnort, den finanziellen Ressourcen und der Gesundheit, ab. Benachteiligte und ärmere Bevölkerungsgruppen leiden stärker unter Hitze, Luftverschmutzung und Extremwettereignissen. Letztere können die Funktionsfähigkeit der Gesundheitsversorgung und öffentlichen Ordnung stark beeinträchtigen. Steigende Kosten für die Anpassung an den Klimawandel werden die gesamte Gesellschaft belasten. Auf der anderen Seite reduziert jeder Euro, der jetzt in die Anpassung investiert wird, später die Schadenskosten.

Die bisherige Klimapolitik hat sich vor allem auf die Bepreisung von Energie und CO2 sowie auf finanzielle Förderungen konzentriert, was zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen geführt hat. Die verschiedenen Formen der Bepreisung und der Umlagefinanzierung wirken jedoch wie Konsumsteuern und benachteiligen durch ihre regressive Verteilungswirkung relativ betrachtet die Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen. Ausgleichende Maßnahmen wurden kaum eingeführt. Von den finanziellen Förderungen profitierten vor allem finanzstarke Haushalte. Insgesamt war die bisherige Klimapolitik sozial unausgewogen.

Eine sozial gerechte Transformation zur Klimaneutralität bremst perspektivisch die Klimakrise und reduziert die Gefahr für Extremwetterereignisse. Sie verhindert damit menschliches Leid und Zerstörung. Ambitionierte Klimapolitik kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken und Todes-fälle verhindern, indem sie etwa die Luftqualität verbessert und eine aktive Mobilität und gesunde Ernährung fördert. Darüber hinaus verbessert die Stärkung sozialer Aspekte im Klimaschutz, vor allem in der Verkehrs- oder Gebäudepolitik, die Teilhabemöglichkeiten und die Lebensqualität vieler Menschen. Sozial gestaltete Klimapolitik bietet somit vielfältige Chancen, gerade auch für einkommensärmere und vulnerable Personen. Klimaschutz wirkt in mehrfacher Hinsicht präventiv, gesundheits- und teilhabefördernd.

Bisherige Diskussionen betrachten hauptsächlich die sozialen Auswirkungen der Klimapolitik, während die Klimaeffekte der Sozialpolitik oft vernachlässigt werden. Klima- und Sozialpolitik integriert zu denken, bedeutet hingegen, Sozialleistungen so zu gestalten, dass sie klimaneutral werden, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Dies betrifft zum einen die Infrastruktur sozialer Dienstleistungen wie Krankenhäuser, Pflegedienste oder Kindertagesstätten. Zum anderen bietet auch deren Organisation das Potenzial, sozial- und klimapolitische Ziele gemeinsam zu erreichen.

Mit dem europäischen Green Deal hat sich die Europäische Union zu einer ambitionierten Klimaschutz-Agenda verpflichtet. Ein Grundprinzip des Green Deal ist, niemanden zurückzulassen („Leave no one behind“). Dieser Grundsatz ist sowohl innerhalb der Mitgliedstaaten als auch zwischen ihnen wichtig. Mit strengeren Vorgaben zur Verwendung der Mittel aus der CO2-Bepreisung, der Einrichtung des Klimasozialfonds und durch Berichtspflichten setzt die Europäische Union wichtige Impulse für eine sozialere Klimapolitik auch in Deutschland. Diese gilt es nun aktiv aufzugreifen. In der Amtszeit der neuen EU-Kommission muss es darüber hinaus gelingen, die Chancen der Transformation für die Menschen aufzuzeigen und konkret erfahrbar zu machen.

Jede klimapolitische Maßnahme, sei es ein Verbot, eine Subvention oder eine Steuer, hat Verteilungswirkungen in verschiedenen Gerechtigkeitsdimensionen. Diese müssen genau analysiert werden, auch die Spreizung innerhalb bestimmter Gruppen oder Einkommensdezile. Jede klimapolitische Maßnahme sollte daher vor ihrer Einführung einem Sozialcheck unterzogen werden. Darüber hinaus sollten alle klimapolitischen Maßnahmen regelmäßig auf ihre sozialen Auswirkungen hin überprüft werden. Für einen integrierten Sozialcheck und das Monitoring der Fortschritte sind aussagekräftige Indikatoren und eine gute Datenbasis erforderlich.

Für die Gestaltung einer sozial gerechten Transformation ist es entscheidend, dass niemand von steigenden Kosten und Anforderungen überfordert wird. Vielmehr sollen möglichst alle an der Transformation teilhaben können. Die vier tragenden Säulen einer sozial gerechten Transformation sind der Ausbau der klimaschonenden öffentlichen Infrastruktur und Daseinsfürsorge, die gezielte Förderung des Umstiegs für untere und mittlere Einkommen, das Ordnungsrecht und die Rückerstattung der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in Form eines Klimageldes. Ein Stufenmodell ermöglicht, dass sich der Charakter des Klimagelds über die Zeit verändert, von einem Pro-Kopf-Klimageld hin zu einem sozial differenzierten Klimageld.

Um Fördermittel oder auch das Klimageld sozial staffeln zu können, braucht es Informationen zum Haushaltseinkommen. Müssen die Bürgerinnen und Bürger ihr Einkommen selbst nachweisen, ist davon auszugehen, dass viele – vor allem aus bildungsfernen Haushalten – die Unterstützung nicht erhalten. Um diesen Effekt zu vermeiden, sollten in einem modernen Sozialstaat die Daten und digitalen Strukturen der Finanzverwaltung genutzt werden. Dies würde eine bürokratiearme, moderne und bürgerfreundliche Verwaltung ermöglichen.

Die Soziale Marktwirtschaft muss sich neuen Herausforderungen stellen. Neben der Bewältigung des Klimawandels stehen ein tiefgreifender demografischer Wandel, die Digitalisierung der Arbeitswelt sowie geopolitische Veränderungen bevor. Die Frage nach der Finanzierung wird dadurch immer drängender. Auf dem Weg zur Klimaneutralität braucht die Soziale Marktwirtschaft daher eine klimasoziale Erneuerung. Eine neue Vision der Klimasozialen Marktwirtschaft befriedet Klimaschutz, wirtschaftliche Freiheit und soziale Sicherheit.

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