Drei Ideen für eine sozial gerechte Wärmewende | Armutserfahrene Haushalte zwischen Kostenfalle und Teilhabe

In einer gemeinsamen Veranstaltung von Zukunft KlimaSozial und dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) wurden Wege für eine soziale Wärmewende diskutiert, die vor allem ärmere Bevölkerungsgruppen erreicht.

Brigitte Knopf (Zukunft KlimaSozial) verwies einführend darauf, dass der Mietwohnbereich eine entscheidende Rolle spielt, da mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete lebt und davon fast die Hälfte zum unteren Einkommensdrittel zählt.

Martin Pehnt (ifeu) präsentierte zwei praxisnahe Ansätze: Klimasozialquartiere, die Energiearmut reduzieren und soziale Stabilität der Bewohnerschaft sichern können, sowie temporäre One-Stop-Shops zur Beratung selbstnutzender Eigentümer:innen im ländlichen Raum.

Ernest Aigner (Leuphana Universität) belegte empirisch, dass von Energiearmut betroffene Haushalte auch psychisch betroffen sind: Sie leiden unter gesundheitlichen Belastungen durch mangelnden Hitzeschutz im Sommer und Kälte im Winter, was vor allem die Kinder trifft.

Astrid Schaffert (Zukunft KlimaSozial) stellte Impulse für ein klimasoziales Mietrecht vor. Zentral war die Forderung, dass die Wohnkostenbelastung unterer Einkommensgruppen nicht weiter steigen darf. Rechtliche und finanzielle Instrumente sollen ineinandergreifen, um Sanierungen sozial ausgewogen umzusetzen.

In der abschließenden lebhaften Diskussion der Vortragenden mit Katja Schumacher (Öko-Institut) und dem Publikum wurden Umsetzbarkeit, Finanzierungswege und Pilotprojekte erörtert.

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