14. Januar 2026 – Der zweite europäische Emissionshandel (EU-ETS2) zur Bepreisung von Emissionen aus den Bereichen Gebäudewärme und Straßenverkehr sollte ursprünglich 2027 eingeführt werden, wird aber um ein Jahr verschoben und startet im Jahr 2028. Aufgrund seiner Lenkungswirkung ist der ETS2 ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Klimaschutzziele. Welche Rolle er im Instrumentenmix spielt, wie die Situation in Deutschland mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ist, welche Preise zu erwarten sind, wie eine soziale Flankierung aussehen könnte und worauf es jetzt ankommt – das zeigt ein neues Hintergrundpapier des wissenschaftlichen Thinktanks Zukunft KlimaSozial.
Bis zur Einführung des ETS2 bleibt das BEHG weiter bestehen, auch bei der vorgesehenen Verschiebung auf 2028. Welche Auswirkung der ETS2 auf Haushalte in Deutschland haben wird, hängt davon ab, ob bzw. um wie viel der ETS2-Preis über dem CO2-Preis im BEHG liegt. In der Ausgestaltung des ETS2 sind über die Marktstabilitätsreserve (MSR) bereits Mechanismen vorgesehen, die große Preisanstiege dämpfen sollen. Diese Mechanismen wurden durch die kürzlich erfolgten Reformen nochmals gestärkt.
Auswirkungen des ETS2 auf Haushalte in Deutschland und soziale Flankierung
Grundsätzlich wirkt der ETS2, indem er die Preise fossiler Kraftstoffe im Gebäude- und Verkehrsbereich erhöht. Haushalte mit geringem Einkommen werden im Durchschnitt stärker belastet, da sie einen größeren Anteil ihres Einkommens für Heizen und Tanken ausgeben. Anhand von Beispielrechnungen wird gezeigt, welche Preisanstiege auf Verbraucherinnen und Verbraucher zukommen.
Dabei bietet der ETS2 aber auch Chancen für die privaten Haushalte, weil er Einnahmen für den Staat generiert. Diese Mittel können gezielt für die soziale Flankierung genutzt werden – beispielsweise für den Ausbau der klimaschonenden öffentlichen Infrastruktur und Daseinsvorsorge und sozial gestaffelte Förderprogramme, um Haushalten mit unterem und mittlerem Einkommen Teilhabe am Umstieg auf klimafreundliche Technologien zu ermöglichen.
Komplementäre Maßnahmen, ambitioniertes Klimaschutzprogramm, KTF-Mittel zielgerichtet einsetzen – worauf es jetzt ankommt
Mit etwa 22 % verursacht Deutschland den größten Emissionsanteil in der EU und beeinflusst mit seiner Emissionsentwicklung daher maßgeblich den Preis im ETS2. Die Umsetzung komplementärer Maßnahmen in Deutschland ist zentral, um den Preisdruck im ETS2 abzumildern und eine weitere Verschiebung des ETS2 zu verhindern, die noch immer von einigen Mitgliedsstaaten gefordert wird. „Ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm, das bis Mitte März 2026 vorgelegt werden muss, sollte hier ansetzen“, sagt Brigitte Knopf, Gründerin und Direktorin bei Zukunft KlimaSozial. „Dabei reicht das Finanzvolumen im Klimasozialfonds nicht aus für die Größe des Problems. Deshalb ist es wichtig, zusätzlich zum Klimasozialfonds auch weitere ETS2-Einnahmen für die soziale Gestaltung zu nutzen. Hier sind vor allem die Mittel im Klima- und Transformationsfonds (KTF) entscheidend und sollten gezielter eingesetzt werden.“
Wer wir sind: Zukunft KlimaSozial ist ein wissenschaftlicher Thinktank zur Verbindung von Klima- und Sozialpolitik. Unsere Vision ist eine klimaneutrale und sozial gerechte Zukunft. Das bedeutet gesellschaftliches Wohlergehen und Teilhabe für alle. Wir tragen mit Expertise, Ideen und Konzepten zum Gelingen bei. Dabei denken wir Klima- und Sozialpolitik von Anfang an zusammen und entwickeln neue Lösungsansätze. Wir arbeiten evidenzbasiert, zeigen verschiedene Optionen auf und bringen diese in den gesellschaftlichen Dialog ein. Gegründet wurde Zukunft KlimaSozial 2024 von Dr. Brigitte Knopf.
Kontakt:
Sina Lippmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zukunft KlimaSozial
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